Smart Vagabond
Fotografieren mit dem Smartphone

Tipps für bessere Smartphone-Fotos

Wenn du ein neueres Smartphone besitzt, kannst du auf Reisen eine zusätzliche Kamera getrost zuhause lassen, da sich in den letzten Jahren die Qualität der integrierten Kameras stetig verbessert hat.

Um wirklich gute Fotos zu schießen, brauchst du zum einen ein wenig Hintergrundwissen über Fotografie, zum anderen die richtige Technik. Mit dem Smartphone hast du in Bezug auf letzteres ein gutes Werkzeug zur Hand, das sich vor einer Kompaktkamera nicht mehr verstecken braucht.

Eine gewisse technische Beschränktheit ist natürlich gegeben, wie etwa ein fehlender optischer Zoom. Dies kann aber auch ein entscheidender Vorteil sein, da du dich so mehr auf das Motiv konzentrieren kannst.

Die nachfolgenden Tipps gehen genau auf diesen Umstand ein. Sie können einen vollständigen Fotografie-Kurs zwar nicht ersetzen, können aber ein Einstiegspunkt sein, um sich mehr mit der Qualität der eigenen Bilder zu beschäftigen und das eigene Auge zu schulen.

Zoom vermeiden

Smartphone-Kameras übertreffen in ihrer Bildqualität heutzutage teilweise teure Kompaktkameras. Was ihnen fehlt, sind optische Zoom- oder Teleobjektive. Sie haben dafür einen Digitalzoom an Bord. Dieser berechnet den zu vergrößernden Bildbereich, was aber immer einen Qualitätsverlust bedeutet. Daher solltest du, wenn möglich, den Digitalzoom nicht verwenden und bei Bedarf näher an das Motiv herangehen.

Die richtige Belichtung einstellen

In der Fotografie sind drei Faktoren für ein Foto relevant: die Belichtungszeit, der ISO-Wert und die Blende. Gemeinsam bestimmen sie, wie hell das Foto belichtet wird, wie scharf der Hintergrund fokussiert wird und ob ein bewegtes Objekt im Bild verschwommen dargestellt wird.

Belichtungszeit

Lange Belichtungszeiten sind eine Option, um die Ausleuchtung eines Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Dies führt dazu, dass bei sich bewegenden Objekten Streifen entstehen. Diesen Effekt kannst du kunstvoll für Aufnahmen verwenden – etwa von vorbeifließenden Flüssen oder bei einer Nachtaufnahme einer Stadt. Kurze Belichtungszeiten halten nur einen kurzen Moment fest, was bei schlechten Lichtverhältnissen zu dunklen Aufnahmen führt.

ISO-Wert

Der ISO-Wert definiert die Lichtempfindlichkeit des Foto-Sensors. Je höher der Wert, desto lichtempfindlicher ist der Sensor eingestellt. Mit einem höheren ISO-Wert verkürzt du die Belichtungszeit und erhältst schärfere Bilder. In dunklen Umgebungen benötigst du einen hohen ISO-Wert und eine längere Belichtungszeit für ein ausgewogen belichtetes Foto.

Blende

Die Blende ist eine mechanische Vorrichtung des Objektivs, durch die du den Durchmesser der Objektivöffnung ändern kannst. Du vergrößerst oder verkleinerst diese, womit du die einfallende Lichtmenge regulierst.

Bei Smartphone-Kameras kannst du die Blende normalerweise nicht anpassen, da sie fest eingestellt ist. Daher ist es wichtig, dass du die richtigen Einstellungen für die Belichtungszeit und den ISO-Wert findest. Im Automatikbetrieb ermittelt die Kamera diese selbständig. Im manuellen Modus kannst du die Werte frei wählen und den Automatikwert anpassen.

HDR-Funktion verwenden

HDR (High Dynamic Range) gleicht die Tonalität eines Fotos bei unterschiedlichen Licht- und Schattengraden aus. Dabei werden mehrere Bilder aufgenommen (in der Regel drei) und zu einem Bild kombiniert. Auf diese Weise entsteht eine harmonische Helligkeitsverteilung und es werden hohe Kontraste sowie zu dunkle oder zu helle Bereiche im Bild vermieden. Da für die Berechnung eines HDR-Bildes mehrere Bilder benötigt werden, ist die Funktion grundsätzlich nicht für die Aufnahme von sich schnell bewegenden Objekten geeignet.

Auch für Fotos in dunklen Umgebungen eignet sich die Funktion: Normalerweise verrauschen Bilder von Smartphones in solchen Situationen, da diese nur einen sehr kleinen Sensor zur Lichtmessung besitzen. HDR schafft es, dieses Defizit zumindest teilweise auszugleichen.

Blickwinkel variieren

Ganz ohne Technik: versuche, von oben zu fotografieren oder in die Hocke zu gehen, um einen anderen, interessanteren Blickwinkel auf ein Motiv zu erhalten. Eine weitere Möglichkeit: Mache mehrere Aufnahmen. Professionelle Fotografinnen und Fotografen knipsen das gleiche Bild dutzende Male, um das bestmögliche Bild zu erhalten. Gehe genauso vor und lösche weniger gelungene Aufnahmen.

Die magischen Stunden nutzen

Die besten Tageszeiten für Außenaufnahmen sind kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang. Dies verhindert, dass die helle Sonne über deinem Kopf steht und unvorteilhafte Schatten wirft. Profis schätzen zudem einen bedeckten Tag, an dem das Licht gleichmäßig und weich leuchtet.

Kamera-Apps von Drittanbietern verwenden

In allen Smartphones gibt es eine integrierte Kamera-App – oftmals ist diese aber recht einfach gestrickt. Während sie für Schnappschüsse noch in Ordnung ist, gibt es für ausgefeilte Fotos bessere Alternativen. Viele der qualitativ hochwertigen Kamera-Apps auf dem Markt bieten etwa eine verbesserte Stabilitätskontrolle, bessere Filteroptionen und die Möglichkeit, Fokus und Belichtungspunkt getrennt auszuwählen, was eine bessere Kontrolle über die Aufnahme ermöglicht. Teste verschiedene Apps – gerade in Bezug auf das Thema Kompatibilität und Qualität der Fotos kann sich das Ergebnis von Smartphone zu Smartphone unterscheiden. Spiegel Online stellt eine Auswahl an Alternativen für Android und iOS vor.