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London – Blick auf den Palace of Westminster über die Themse
Weltberühmt: der Palace of Westminster mit dem Elizabeth Tower (in dem die Glocke „Big Ben“ zu Hause ist). Im Vordergrund ist die Westminster Bridge zu sehen.

London

London ist die Hauptstadt Englands sowie des Vereinigten Königreichs und hat eine weit zurückreichende Geschichte. Die am Ufer der Themse liegende Stadt ist seit ihrer Gründung durch die Römer vor fast 2000 Jahren mit Unterbrechungen eine wichtige Weltmetropole – außerdem größte Stadt Englands und des gesamten Vereinigten Königreichs und größte Stadt Westeuropas.

Die ursprüngliche Altstadt – die City of London – war einst von Stadtmauern umgeben und Überreste der faszinierenden Geschichte dieser ursprünglichen Stadt sind überall zu finden – etwa der Tower of London oder Teile der ehemaligen römischen Stadtmauer. Seit dem 19. Jahrhundert bezieht sich der Name London auf die gesamte Metropole, die sich um den Kern der Altstadt herum entwickelt hat. Das Londoner Stadtgebiet ist mittlerweile so groß, dass zwischen zwei großen Gebieten unterschieden wird: Inner London benennt die Stadtbezirke rund um die City of London, Outer London die Bezirke weiter außerhalb. Zusammengefasst werden beide Gebiete mit einer Fläche von 1572 km² als Greater London, wobei der historische Stadtkern zahlreiche Sonderrechte besitzt.

In Greater London leben über acht Millionen Menschen aus mehr als 270 Nationalitäten. Es gibt eine große Sprachenvielfalt: man kann über 300 verschiedene Sprachen vernehmen, was je nach Stadtteil variiert. So ist London ein Melting Pot und gelebte Vielfalt innerhalb einer Stadt. Mehr als ein Drittel der Bewohner sind im Ausland geboren, was circa 2,5 Millionen Bewohnern der Stadt entspricht. Durch den Brexit könnte zukünftig die Immigration in die Stadt abnehmen, zumindest aus der EU. Die Auswirkungen auf das Zusammenleben in der Metropole nach erfolgtem Ausstieg sind schwer vorauszusehen – wobei festzuhalten ist, dass Londons Bewohner mehrheitlich gegen den Ausstieg aus der Europäischen Union gestimmt haben.

Nichtsdestotrotz ist London eine globale Metropole und hat vieles zu bieten. Die Stadt gilt als Zentrum für Kunst, Handel, Bildung, Unterhaltung, Mode, Finanzen, Medien, Forschung, Tourismus und Verkehr. Darüber hinaus ist sie das bedeutendste Finanzzentrum der Welt und weltweit eine der Metropolregionen mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt.

Highlights

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Palace of Westminster

Der Palace of Westminster, auch bekannt als Houses of Parliament, war ab 1042 zunächst eine königliche Residenz. Westminster Hall wurde zwischen 1087 und 1100 erbaut und ist eine der größten mittelalterlichen Hallen mit einem freitragenden Hammerbalkendach in Europa. Nach einem Brand im Jahre 1512 wurde der Palast nicht mehr von der Krone genutzt, sondern es wurden die beiden Parlamentssitze, das House of Commons und das House of Lords, dort einquartiert. Ein weiterer verheerender Brand im Jahre 1834 zerstörte alles außer Westminster Hall und dem Jewel Tower. Das Gebäude wurde saniert und runderneuert und kam so zu seinem viktorianisch-neugotischen Stil.

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Westmister Abbey

Westminster Abbey ist eine gotische Kirche, die nach dem Vorbild der Kathedrale von Reims erbaut wurde. Seit der Zeit von Wilhelm dem Eroberer ist sie der traditionelle Ort für die Krönungen und Begräbnisse der englischen und später britischen Monarchen. In der Abtei befinden sich viele Gräber von Mitgliedern der königlichen Familie, Aristokraten und berühmter Persönlichkeiten. So wurde hier etwa Königin Elizabeth II. im Jahr 1953 gekrönt und Prinzessin Diana im Jahr 1997 beerdigt. Westminster Abbey ist Unesco-Weltkulturerbe und wurde im Jahr 2016 von mehr als 1,8 Millionen Menschen besucht.

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London Eye

Bei seiner offiziellen Eröffnung im Jahr 2000 zu den Millenniumsfeierlichkeiten war London Eye das größte Riesenrad der Welt. Mittlerweile gibt es zwar noch größere, doch ist die Dichte an interessanten Sehenswürdigkeiten, die man mit einer Fahrt überblicken kann, unerreicht. Man bewegt sich in den klimatisierten und glasumspannten Gondeln, in denen 30 Leute Platz finden, auf eine Höhe von 135 Metern. Eine Fahrt dauert 30 Minuten und bei gutem Wetter kann man bis zu 40 Kilometer weit sehen.

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Tower of London

Dem Tower of London eilt ein grausamer Ruf voraus, da die Festungsanlage in früheren Zeiten ein Ort der Folter und Exekutionen war. Die letzte Hinrichtung ist noch nicht allzu lange her, 1941 wurde der deutsche Spion Josef Jakobs hier exekutiert. Die Geschichte der Festung bietet aber noch vieles mehr. Sie war königlicher Palast, Waffenkammer und eine mächtige Befestigungsanlage. Die Royal Beasts – exotische Tiere wie Löwen, Tiger, Affen und Elefanten, bis hin zu Zebras, Alligatoren, Bären und Kängurus – hatten ihr Zuhause im Tower und bildeten den ersten Londoner Zoo. Im Tower kann man die Kronjuwelen besichtigen, eine Tour mit den Wachleuten unternehmen und alles über die jahrhundertealte Geschichte lernen.

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Tower Bridge

Die Tower Bridge ist wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen Londons und weiß mit seinem ausgefallenen neugotischen Design zu überzeugen. Die Brücke wurde nach einem Entwurf von Horace Jones, dem Stadtbaumeister der City of London, erbaut und diente als dringend benötigter Übergang im Osten Londons, da der Handel und Verkehr im damals noch ansässigen Hafengebiet des East Ends ständig zunahm. Das erklärt auch die Konstruktion als kombinierte Hänge- und Klappbrücke. Das Hafengebiet wäre durch eine traditionelle, niedrigere Brücke abgeschnitten worden, weil so keine Schiffe die Brücke hätten passieren können.

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Buckingham Palace

Der Buckingham Palace ist einer der zahlreichen königlichen Residenzen im Vereinigten Königreich und seit 1837 der offizielle Sitz der Monarchie: Seit der Herrschaft von Königin Victoria wird der Buckingham Palace dafür genutzt. Erbaut wurde er 1702 als Stadtresidenz für den Duke of Buckingham und kam durch den Verkauf durch dessen Sohn an Georg III. in den Besitz der königlichen Familie. Hinter den berühmten Toren verbergen sich Luxus und Komfort. Der Palast hat 775 Räume, von denen man 19 besichtigen kann. Diese sind prachtvoll gestaltet und mit historischen Meistergemälden sowie stilvollem Porzellan dekoriert. Doch das ist nicht alles. Der Buckingham Palace ist ausgestattet wie eine kleine Stadt. Es gibt eine Kapelle, ein Postamt, eine Kantine, eine Arztpraxis (inklusive Chirurgie), einen Kinosaal und ein Hallenbad.

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British Museum

Das British Museum eröffnete im Jahr 1759 und steht seit dieser Zeit in Bloomsbury. Im Laufe der Zeit erfolgten verschiedene Erweiterungen für neue Ausstellungsräume. Am markantesten ist aber die zuletzt durchgeführte Modifikation. Der Platz Great Court zwischen den Gebäudeteilen wurde im Jahr 2000 überdacht – praktisch bei Londoner Regenwetter. Insgesamt gibt es im Museum circa sieben Millionen Ausstellungsstücke, von der Frühzeit bis zur Neuzeit. Die Höhepunkte des Museums können Sie sich in rund zwei Stunden ansehen.

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Natural History Museum

Das in den Jahren 1873 bis 1881 erbaute Museum wurde von Alfred Waterhouse im Stil einer flämischen Tuchhalle aus dem 13. Jahrhundert entworfen. Das Design war damals umstritten, aber das Museum hat alle Kritik und vor allem den Zahn der Zeit gut überstanden und gilt heute als Paradebeispiel viktorianischer Architektur. Durch die Verwendung von Terrakotta als Baumaterial überstand das Museum auch die üble Luft der damaligen Zeit besser als andere Gebäude. Das Museum ist eines der größten naturhistorischen Museen der Welt und beherbergt circa 70 Millionen Objekte. Zu sehen gibt es beispielsweise Dinosaurierskelette, Fossilien und weitere Exponate aus Flora und Fauna. Bemerkenswert ist auch die Meteoritensammlung, die in dieser Form die größte der Welt ist.

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Millennium Bridge

Die Fußgängerbrücke Millennium Bridge verbindet die St Paul’s Cathedral nördlich der Themse mit dem Museum Tate Modern am Südufer. Die Eröffnung der Brücke im Jahr 2000 zog einige Komplikationen nach sich. Die Hängebrücke, deren Seile seitlich angebracht sind, um die Sicht auf die Wahrzeichen nicht zu versperren, konnte dem Besucherandrang nach der Eröffnung nicht standhalten. Die Brücke begann zu schwanken und musste zwei Tage nach der Eröffnung wieder geschlossen werden. Erst nach Umbaumaßnahmen mit Dämpfern konnte die Brücke zwei Jahre später wieder eröffnet werden.

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Trafalgar Square

Lord Nelson ist einer von Großbritanniens großen militärischen Helden: er besiegte 1805 die spanisch-französische Flotte vor dem Kap Trafalgar – nach ihm ist der große Platz im Herzen Londons benannt. Das British Empire, das zu früheren Zeiten drei Fünftel der Welt kontrollierte, mag Vergangenheit sein, aber die aufgestellten Statuen von Nelson und weiteren Generälen erinnern an die damalige Zeit. Man schwelgt aber nicht nur in Vergangenem. Im Nordwesten des Platzes steht keine Statue eines militärischen Helden, sondern ein leerer Sockel. Dieser wird aktuell für moderne Kunstwerke verwendet. Das erste ausgestellte Werk war im Jahr 1999 Mark Wallingers Ecce Homo – eine lebensgroße Skulptur von Jesus Christus, die die Hände hinter dem Rücken gefesselt hat und eine Krone aus Stacheldraht trägt. (Die Statue ist jetzt in der St Paul’s Cathedral zu sehen).

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St Paul's Cathedral

Die St Paul’s Cathedral ist eines der Wahrzeichen Londons und neben der Westminster Abbey die bekannteste Kirche der Stadt. Sie ist die zweitgrößte Kirche Europas, nach dem Petersdom in Rom. Mit diesem hat sie auch viele Gemeinsamkeiten, was insbesondere bei der Kuppel deutlich wird. Diese misst 31 Meter im Durchmesser und wird von einer 750 Tonnen schweren Laterne besetzt. Damit zusammen misst der Turm 365 Fuß, was ca. 111 Metern entspricht. Das englische Größenmaß hat auch eine symbolische Bedeutung. Jeder Fuß Höhe ist gleichgesetzt für einen Tag des Jahres, da Chefarchitekt Christopher Wren sehr an Astronomie interessiert war. Der heutige Bau entstand von 1675 bis 1708, nachdem ein Vorgängerbau durch das Große Feuer von London komplett zerstört worden war.