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Berlin – Brandenburger Tor bei Nacht
Berühmtes Symbol der deutschen Hauptstadt Berlin: das Brandenburger Tor.

Berlin

Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands und eines der 16 Bundesländer, die die Bundesrepublik Deutschland bilden. Mit 3,7 Millionen Einwohnern im Jahr 2018 ist Berlin die größte Stadt Deutschlands. Die Dominanz Berlins als Hauptstadt ist und war historisch gesehen weitaus schwächer als die der anderen europäischen Hauptstädte wie London, Paris oder Madrid – nicht zuletzt aufgrund des föderalen Charakters Deutschlands und der Teilung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Berlin ist eine Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaft. Die Wirtschaft basiert auf High-Tech-Firmen und dem Dienstleistungssektor, der eine Vielzahl von kreativen Industrien, Forschungseinrichtungen, Medienunternehmen und Kongresszentren umfasst. Berlin dient als kontinentale Drehscheibe für den Luft- und Schienenverkehr und verfügt über ein hochkomplexes öffentliches Verkehrsnetz. 

Berlin ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich unter den europäischen Hauptstädten, und die vier Jahrzehnte der Teilung – die 28 Jahre lange Trennung der Stadt durch die Berliner Mauer – haben ihre Spuren hinterlassen. Jahrhundertelang war Berlin nur eine Provinzstadt, die sich bis in die 1920er Jahre zu einer der wichtigsten und größten Städte der Welt entwickelte. Berlin verlor durch den Zweiten Weltkrieg und die Teilung Deutschlands viel von seiner Bedeutung und historischen Architektur.

Berlin sei arm, aber sexy – wie der ehemalige Bürgermeister Klaus Wowereit einst bemerkte – und diese aufgerufene Attraktivität machte Berlin international bekannt: die Stadt zieht wie kaum eine andere Stadt der Welt junge Menschen, Studenten und eine kreative Bohème an. Allerdings kamen mit der Zeit auch Investoren, die in großer Menge billig Wohnungen kauften, wodurch nach und nach eine Aufwertung der Immobilienwerte der Stadt erfolgte. Dieser Prozess der Gentrifizierung, wie er schon aus vielen anderen Großstädten der Welt bekannt war, findet nun also auch in Berlin statt.

Mit dem architektonischen Erbe aus der Zeit der Preußischen Monarchie, des Nationalsozialismus, des DDR-Kommunismus und modernen Glaspalästen im Stil der 1990er und 2000er Jahre, ist die Architektur Berlins so vielfältig wie seine Bezirke und seine Menschen. Aufgrund seiner langen Geschichte als kosmopolitische Hauptstadt (zuerst Preußen und später Deutschland) zieht die Stadt seit mehr als dreihundert Jahren Einwanderer aus aller Welt an. Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese Einwanderer der Vergangenheit und Gegenwart auch heute noch unverkennbare Spuren in der Stadt hinterlassen.

Highlights

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Reichstag

Der Reichstag war von 1894 bis 1933 der Sitz des deutschen Parlaments. Im Jahr 1916 wurde über der Hauptfassade des Gebäudes die Aufschrift „Dem Deutschen Volke“ angebracht. Es fing 1933 Feuer und ermöglichte es den Nazis, die meisten in der Weimarer Verfassung von 1919 vorgesehenen Rechte aufzuheben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nicht mehr genutzt. Im Jahr 1990 wurde es unter der Leitung des Architekten Norman Foster wieder aufgebaut. Der Name Reichstag bezieht sich hauptsächlich auf das Gebäude und auf das ursprüngliche Gebäude, das heute vom deutschen Parlament genutzt wird. Im Jahr 1990 fand im Reichstagsgebäude die offizielle Zeremonie der deutschen Wiedervereinigung statt und etwas später kehrte der Bundestag nach einer heftigen Debatte aus Bonn nach Berlin zurück. Die riesige Glaskuppel auf dem Dach ist eine Hommage an die ursprüngliche Kuppel von 1894 und sie bietet einen beeindruckenden Blick über die Stadt.

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Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor wurde in den 1730er Jahren im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. errichtet. Es war das erste Element eines architektonischen, neuen Athens an der Spree des Architekten Carl Gotthard Langhans. Oben auf dem Tor steht eine Quadriga, ein Wagen, der von vier Pferden gezogen wird, die von Victoria, der römischen Siegesgöttin, gefahren werden. Sie gilt als Symbol für die wechselvolle Geschichte Europas und Deutschlands, aber auch für die europäische Einheit und den Frieden. Das Brandenburger Tor war ein Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin und bei der Errichtung der Berliner Mauer im Jahr 1961 Schauplatz des Mauerbaus. Zum 12. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 2002 wurde es restauriert und wiedereröffnet. Nach dem Gewinn der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 veranstaltete die deutsche Fussball-Nationalmannschaft ihre Siegeskundgebung vor dem Tor, wo sich auch am Silvesterabend um Mitternacht über eine Million Menschen zu Bühnenshows und Feuerwerk versammeln. Das Tor ist heutzutage für den Autoverkehr gesperrt, und ein großer Teil des Pariser Platzes wurde in eine Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster verwandelt. Die Westseite des Tores wurde während des Mauerfalls geschlossen und am 22. Dezember 1989 wieder geöffnet, als der westdeutsche Bundeskanzler Helmut Kohl durch das Tor ging, um den ostdeutschen Ministerpräsidenten Hans Modrow zu treffen. Das Brandenburger Tor ist nicht nur Ziel vieler Touristen, sondern auch die Ziellinie des jährlich stattfindenden Berlin-Marathons.

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Museumsinsel

Die Museumsinsel ist ein Museumskomplex auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel im historischen Herzen Berlins. Von 1830 bis 1930 im Auftrag der preußischen Könige erbaut, wurde die Museumsinsel 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Sie besteht aus dem Alten Museum, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie, dem Pergamonmuseum, dem Bode-Museum und dem Pergamonmuseum. Seit der deutschen Wiedervereinigung wurde der Komplex nach einem Generalkonzept umgebaut und erweitert. Im Jahr 2019 wurde ein neues Besucherzentrum und Kunsthaus, die „James-Simon-Galerie“, eröffnet. Das Humboldt-Forum soll 2020 im Berliner Schloss gegenüber dem Lustgarten eröffnet werden, in das das Ethnologische Museum Berlin und das Museum für Asiatische Kunst integriert werden sollen. Beide sind Nachfolgeinstitutionen der ebenfalls im Deutschen Schloss angesiedelten Altpreußischen Kunstkammer, die Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet wurde.

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Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz ist ein wichtiger öffentlicher Platz und Verkehrsknotenpunkt im Zentrum von Berlin. Er ist nach der 25 km südwestlich gelegenen Stadt Potsdam benannt. Er war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs einer der verkehrsreichsten Plätze in Europa wurde allerdings in selbigen Krieg völlig zerstört. Der Platz bildete nach dem Krieg ein Grenzgebiet zwischen dem sowjetischen, britischen und amerikanischen Sektor im geteilten Berlin. Nach der Öffnung der Mauer im Jahr 1989 wurde am Potsdamer Platz ein provisorischer Grenzübergang geschaffen. Das nach 1990 neu gebaute Gelände entlang der historischen Straßenführung ist heute einer der markantesten Orte Berlins.

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Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut und im 18. Jahrhundert stark erweitert. Das Barockschloss wurde von Sophie Charlotte, der Gemahlin von Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg, in Auftrag gegeben. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss stark beschädigt – heute ist es allerdings komplett restauriert. Es ist eine beliebte Touristenattraktion und war von 2004 bis 2006 der Sitz des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Es besitzt eine Orangerie, die über eine Orangenbaumkuppel mit einer vergoldeten Glücksstatue verfügt, die von Andreas Heidt entworfen wurde. Für Schloss Charlottenburg war ursprünglich auch das Bernsteinzimmer bestimmt – ein prachtvoller Raum, dessen Wände mit dekorativem Bernstein verkleidet waren – dieses ging aber als Geschenk an Zar Peter dem Großen im Jahr 1716. 1804, nach der Niederlage Preußens bei Jena-Auerstedt, marschierte Napoleon in Berlin ein und ließ sich in dem Palast nieder, der zu seinem Hauptquartier wurde. 2004 wurde das Schloss mit gigantischen modernen Deckengemälden von Hann Trier wieder in seinen früheren Zustand versetzt.

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Kurfürstendamm

Der Kurfürstendamm ist ist eine große Einkaufsstraße in Berlin. Diese verläuft auf einer Länge von 3,5 km durch die Stadt und hat ihren Namen von den ehemaligen Kurfürsten Brandenburgs. Die Straße ist gesäumt von Geschäften, Häusern, Hotels und Restaurants. Sie umfasst vier Reihen von Platanen und das Café Kranzler, ein berühmter Treffpunkt für Künstler und Bohémiens in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Außerdem befinden sich hier der Bahnhof Berlin-Halensee an der Ringbahnlinie und die Bundesautobahn 100 (Stadtring) am Kreisverkehr am Rathenauplatz mit der Skulptur „Beton Cadillacs“ von Wolf Vostell aus dem Jahr 1987. Am Boulevard findet man außerdem die Schaubühne am Lehniner Platz und das Hotel Kempinski.

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Tempelhofer Feld

Das Tempelhofer Feld wurde einst für militärische Übungen und als Paradeplatz genutzt. Seit 1722 war er militärischer Parade- und Exerzierplatz sowie Manöverplatz der preußischen Armee. Das Tempelhofer Feld gehörte zum Tempelhofer Hochland auf der Teltower Hochebene im Süden Berlins. Heute ist es ein bebautes Gebiet mit Ausnahme des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Dieser ist mittlerweile nicht mehr in Betrieb und das Gebiet ist heute der größte innerstädtische Freiraum der Welt und auch der größte Stadtpark Berlins. Der Park ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zugänglich und kann über zehn Eingänge betreten werden.

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Fernsehturm

Der Berliner Fernsehturm ist das höchste Bauwerk in Deutschland und das dritthöchste Bauwerk in der Europäischen Union. Er wurde zwischen 1965 und 1969 von der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) errichtet. Er sollte sowohl ein Symbol der kommunistischen Macht als auch der Stadt sein. Im Jahr 1979 erhielt der Berliner Fernsehturm von der DDR den Denkmalstatus, der nach der deutschen Wiedervereinigung fortgeschrieben wurde. Der Turm ist zu einem der markantesten Symbole des Landes geworden und ist neben Denkmälern wie dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude oft in den etablierten Aufnahmen von Filmen zu sehen, die in Berlin spielen. Das Gebäude dient als Aussichtsturm mit Aussichtsplattform einschließlich einer Bar in 203 Metern Höhe sowie als Drehrestaurant. Das Gebäude hat sich mit mehr als 1.000.000 Besuchern pro Jahr zu einer beliebten Attraktion Berlins entwickelt.

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Berghain

Das Berghain ist ein Nachtclub und die Reinkarnation des früheren Ostgut-Clubs, der 2003 geschlossen wurde. Der Club wurde 2004 eröffnet und liegt nahe der Grenze zwischen Kreuzberg und Friedrichshain in Berlin. Der Name ist ein Kofferwort aus den Namen der beiden Stadtviertel, die das Gebäude, in dem der Club untergebracht ist, flankieren. Der Club verfügt über eine 18 Meter lange Tanzfläche und bietet Platz für 1.500 Gäste. Im gleichen Gebäude befindet sich ebenfalls der berühmte Berliner Schwulen-Sex-Club Lab.Oratory. Das Berghain wurde 2007 von dem amerikanischen Journalisten Philip Sherburne im Magazin Pitchfork als „Welthauptstadt des Techno“ bezeichnet. Der Club besitzt einen „industrie-artigen“ Main-Floor sowie einen kleineren Raum im Obergeschoss, die Panorama Bar. Der Raum ist mit großformatigen Fotografien von Wolfgang Tillmans dekoriert und verfügt über hohe Fenster mit Blick auf Ost-Berlin.